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Dieselpartikel gefährlich wie Asbest

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  • Berni Langer wrote on 24.11.2012 - 11:31

    In den frühen 1980er Jahren wurde festgestellt, dass der Ausstoß von Dieselmotoren mit hoher Wahrscheinlichkeit krebserregend ist (Klasse 2A). Verantwortlich dafür sind Rußpartikel. Mehrere Studien hatten darauf hingewiesen. Erst kürzlich wurden die Rußpartikel vom Internationalen Krebsforschungszentrum (CIRC) als „krebserregend für den Menschen“ (Klasse 1) bestätigt. Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO hatte vor wenigen Monaten nachgewiesen, dass Rußpartikel aus Dieselmotoren krebserregend sind. Die frühen Studien aus den 1980ern konnten somit belegt werden.

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    Das Einatmen von Dieselabgasen ist nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gefährlicher als bislang angenommen. Die WHO stuft die Abgase des Treibstoffs nun nicht mehr nur als potenziell krebserregend ein, sondern sieht Belege für einen eindeutigen Zusammenhang mit der Krankheit. Damit gruppiert die Organisation Dieselabgase wie Asbest, Arsen und Senfgas ein. Eine Expertengruppe habe Belege gefunden, dass sie eine Ursache von Lungenkrebs seien und es zudem eine Verbindung zu Blasenkrebs gebe, teilte die zuständige WHO-Abteilung mit. Die WHO gruppierte Diesel nach Beratungen unabhängiger Experten als gefährlicher ein, die jüngste wissenschaftliche Forschungen auswerteten.

    Rußpartikel können also Auslöser für Lungen- und Blasenkrebs sein. Daneben können sie aber auch Lungenbeschwerden wie Asthma oder „Chronisch obstruktive Lungenerkrankung“ COPD auslösen, sowie das Herz-kreislauf-System angreifen. Diese Risiken wurden bei Arbeitern festgestellt, die dem Dieselausstoß stark ausgesetzt waren. Betroffen waren in erster Linie Minenarbeiter, die jahrelang Dieselmaschinen in geschlossenen Schächten bedienten.

    image Wer will das schon in seiner Lunge haben??

    Seit den 1980er Jahren wurden zahlreiche Anstrengungen unternommen, die Belastung gegenüber Rußpartikel zu reduzieren. Nach und nach wurden Dieselfahrzeuge mit Rußpartikelfilter ausgerüstet. Jene Systeme zur Abgasreduzierung wurden bis heute ständig weiterentwickelt und perfektioniert. So gehört seit mehreren Jahren der Rußpartikelfilter zur Standardausrüstung bei Dieselmotoren.

    Alternativ zum Dieselantrieb gibt es Benzinmotoren. Aber auch diese Antriebsart ist nicht ungefährlich für die Gesundheit des Menschen und wurde vom CIRC der Klasse 2B zugetragen: potenziell krebserregend. Ein Abgasstoff, Benzol (C6H6), wurde sogar in Klasse 1, wie Diesel auch, eingestuft. Im Gegensatz zum Rußpartikel beim Diesel, kann das Benzol im Benzin nicht gefiltert werden.

    Die Belastung durch Rußpartikel ist prinzipiell nur in ärmeren Gegenden ein Problem. Überall dort, wo es keine gesetzliche Regulierungen der Abgase gibt, die besagen, dass sämtliche Dieselfahrzeuge, wie Autos, LKW oder Busse obligatorisch über Partikelfilter verfügen müssen. In den Industrieländern werden auch immer mehr Diesel-Lokomotiven mit Partikelfilter ausgestattet.

    Eine Ausnahme bleibt: Kreuzfahrtschiffe. Laut einem ADAC-Test im Juli, stößt ein Kreuzfahrtschiff so viele Schadstoffe aus wie fünf Millionen Pkw. Was bei Autos, Bussen und zunehmend auch bei Lokomotiven und Binnenschiffen Standard sei, werde von den Kreuzfahrtreedereien aus Profitgier verweigert: der Umstieg auf vergleichsweise sauberen Schiffsdiesel und Abgastechniken zum Schutz von Passagieren und Küstenbewohnern.


     

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